3 Elementare Fragen: Erfolgsfaktor Wertschätzung | #Diversity

Epochale Finanzkrisen, rasante Börsenstürze und spektakuläre Unternehmenspleiten lassen schnell vergessen: In der Wirtschaft geht es nicht nur um Zahlen. Gewinne und Verluste werden von Menschen erwirtschaftet. Je bunter die Belegschaft eines Unternehmens ist und je besser Führungskräfte diese Vielfalt zielgerichtet führen und wertschätzen, umso erfolgreicher und krisensicherer ist das Unternehmen. Doch warum ist das so?

2013 fragten wir in unserem „Student Survey“ knapp 400 Studierende und Absolventen bundesweit, welche Handlungen sie seitens des Arbeitgebers als besonders wertschätzend empfinden. „Lob“ war mit 66 Prozent neben dem „Einbeziehen in Entscheidungen“ die zweit wichtigste wertschätzende Handlung, die ein Arbeitgeber den Mitarbeitenden zukommen lassen sollte. Ein guter Vorgesetzter, der seine MitarbeiterInnen fördert und fair behandelt, wurde ebenfalls als ein starker Antreiber identifiziert.

Viele neurowissenschaftliche Studien bestätigen das: Sprechen Führungskräfte Lob und Anerkennung aus und zeigen sie den Mitarbeitern gegenüber Wertschätzung und Loyalität, so setzen sie in den Gehirnen der Mitarbeitenden die glücklich machenden Stoffe Dopamin, Oxytozin und Opioide frei und tragen so automatisch dazu bei, eine motivations- und leistungsfördernde Umgebung herzustellen, in der Arbeiten Spaß macht und eine hohe Identifikation mit dem Arbeitgeber möglich ist.

In dem Wort „Wertschätzung“ steckt die Achtung vor dem Wert eines Menschen, wobei der Wert hier nicht nur in der Arbeitskraft eines Menschen gesehen werden darf. Die Wertschätzung der Arbeitsergebnisse alleine sorgt nämlich nicht dauerhaft für Motivation und Loyalität. Zusätzlich bedarf es der Akzeptanz der individuellen Charakterstärken und der biografischen Vielfalt, um echte und wahrhaftige Wertschätzung auszusprechen, die vom Gegenüber erst dann auch als authentische und echte Anerkennung empfunden werden kann.

Verhaltensweisen und Haltungen sind immer eine Sache der Mehrheit

Während eine einzelne Führungskraft extrem positiven Einfluss auf die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausüben kann, so kann man erst dann von einer wertschätzenden Unternehmenskultur sprechen, wenn das wertschätzende Verhalten auch von allen anderen Führungskräften und der Geschäftsführung selbst vorgelebt wird. Die Unternehmensleitung nimmt damit – ob gewollt oder nicht – eine prägende Rolle ein, was die Ausübung (oder Ignoranz) ethischer Werte in einem Unternehmen angeht, denn sie lebt die Auslegung impliziter Spielregeln und Verhaltensmaßstäbe vor, die in diesem besonderen Mikrokosmos gelten.

Wird also die Arbeitsleistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wertgeschätzt und sind sie als Menschen in einem Unternehmen anerkannt und geachtet, sind sie loyal, wenig wechselwillig und hoch motiviert. Ein gutes Unternehmensklima hat einen nicht unbeträchtlichen Einfluss auf den Gewinn, den ein Unternehmen erwirtschaftet. Je nach Klima kann dieser um 30 Prozent nach oben oder unten schwanken, ergab eine Studie der Hay Group im Mai 2013.

3 elementare Fragen

Entscheidende Fragen sowohl für Unternehmen lauten daher:

  1. In welchem Handlungssystem bewegt sich das Unternehmen?
  2. Wie werden die Werte in diesem Mikrokosmos aus- und vorgelebt und interpretiert?
  3. Wie werden Wertekonflikte gelöst?

Je klarer die ethischen (Führungs-)Richtlinien in einem Unternehmen gelebt und kommuniziert werden, umso geringer ist das Risiko unethischen Verhaltens innerhalb des Unternehmens und umso eher kann es geahndet werden, sollte es dennoch auftreten. Unklare Signale der Geschäftsleitung lähmen und (Werte-)Konflikte im Unternehmen verunsichern. Eine klare und für alle Stakeholder, die mit dem Unternehmen arbeiten, gleichermaßen geltende ethische Wertehaltung reduziert die Komplexität und beschleunigt Geschäftsprozesse.

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Ein Kommentar

  1. Sehe ich genauso Melanie. Das war einer der Gründe warum ich meinen Job an den Nagel hing.
    Führungskräfte kommen u.a. durch Leistung an ihre Positionen. Sie sind absolut nicht vorbereitet Menschen zu führen. In vielen Situationen kommen sie an ihre Grenze, da unterschiedliche Konflikte schon vorprogrammiert sind. Auch das Personalwesen in Deutschland agiert im Zeiten des Mittelalters und bietet für Führungskräfte sowie Mitarbeiter absolut überholte Lösungen. Leider halten sich die meisten Unternehmen für extrem professionelle um über den Tellerrand und auch über die Landesgrenzen zu schauen, zu lernen und sich zu verändern. Und wenn das passiert hat sich das Rad schon um Jahrzehnte gedreht.
    Danke für dein Beitrag.
    Viele Grüße, Dalia

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