Generation Zukunftsangst

(Externe Pressemeldung) Deutschland geht es wirtschaftlich vergleichsweise gut, doch das ist für die junge Generation kein Grund für übersteigerten Optimismus. So glauben nur 23 Prozent (weltweit 36 Prozent) an eine generelle Verbesserung in ihrem Land, wie der aktuelle Millennial Survey von Deloitte zeigt. Auch die Sicherheitslage verursacht Zukunftsangst: Fast jeder Zweite (42%) befürchtet Terroranschläge oder Krieg (29%). Aber auch die Veränderung von Arbeitswelten durch Automatisierung in allen Arbeitsbereichen verunsichert die junge Generation stark. In Politik und Wirtschaft wünschen sich viele mehr Transparenz und echtes Engagement von den Verantwortlichen, um Probleme zu lösen. Beruflich setzt der junge Nachwuchs auf Sicherheit: Drei Viertel bevorzugen eine Festanstellung in Vollzeit.

 „Im Gegensatz zum Vorjahr wünscht sich die Mehrheit der Millennials aufgrund der wachsenden Unsicherheit mehr Stabilität im Beruf. Das können etablierte Unternehmen als eine Chance im Recruting und der Mitarbeiterbindung sehen. Es zeigt aber auch die Gefahr, dass die in Deutschland sowieso schon gering ausgeprägte Gründerkultur weiter abnimmt“, erklärt Nicolai Andersen, Partner/Leiter Innovation bei Deloitte.
Feste, langfristige Jobs am begehrtesten
Die Festanstellung ist aus Sicht der jungen Generation der erstrebenswerteste berufliche Status. Hier zeigt sich ein deutlicher Abstand zu den weltweiten Altersgenossen: Während 75 Prozent in Deutschland einen festen Vollzeitjob vorziehen, sind es international zehn Prozentpunkte weniger. Als Freelancer würden weltweit gerne 31 Prozent, in Deutschland nur 22 Prozent ihr Geld verdienen. Zudem beabsichtigen die Deutschen, deutlich länger auf einer Stelle auszuharren – 35 Prozent auf jeden Fall über fünf Jahre. Die Jobsicherheit ist aus Sicht der deutschen Millennials durch die fortschreitende Automatisierung von Arbeitsbereichen bedroht, international ist diese Befürchtung geringer.
Angst vor Terror
Wie der Survey zeigt, sind terroristische Anschläge mit 42 Prozent die größte Gefahr aus Sicht der Millennials. Je 29 Prozent halten Kriege sowie weltweite Fluchtbewegungen mit Massenimmigration in einzelne Länder oder Regionen für das größte Risiko. Die Angst vor Kriminalität oder politischer Instabilität im eigenen Land plagt jeweils ein gutes Fünftel. Nur 12 Prozent glauben, das Leben habe ihnen mehr zu bieten als ihrer Elterngeneration. Mit dieser pessimistischen Zukunftssicht liegen die Deutschen deutlich hinter dem weltweiten Durchschnitt (26%).
Mehr Taten als Worte von Politik und Wirtschaft gefordert
60 Prozent sprechen Unternehmen in Deutschland einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft zu. Dieser Wert liegt aber deutlich unter den europäischen (67%) und den weltweiten Ergebnissen (76%). Auch in die Kompetenz der Politik hat die Mehrheit (69%) Vertrauen, eine Umsetzung in konkrete Taten sehen aber nur 53 Prozent der Millennials. Viele wünschen sich, dass Politiker öfter Klartext reden, mit echtem Engagement bei der Sache sind und auch an die Verlierer denken. Ein Viertel fordert radikalere Ansätze von der Politik.
Ausreichend Verantwortung und Einfluss
Welchen Einfluss haben Millennials am Arbeitsplatz? Hier lautet die gute Botschaft: Rund 70 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass sie ein ausreichendes Maß an Verantwortung für Unternehmenskultur, Kundenzufriedenheit sowie Arbeitsprozesse haben. Etwas geringer schätzt die Mehrheit ihren Einfluss auf Unternehmensreputation und Produkt- bzw. Serviceportfolio ein. 49 Prozent möchten in ihrem Job gerne auch etwas Karitatives tun bzw. sehen die Möglichkeit dazu – sechs Prozentpunkte weniger als auf internationaler Basis.
„Unternehmen sollten jungen Talenten aufzeigen, wie sie die gesellschaftliche Entwicklung mitgestalten können. Ein Beispiel ist die digitale Arbeitswelt der Zukunft. Hier bietet es sich an, die junge Generation in die Innovationsprozesse einzubinden und dabei auch einen Fokus auf eine öffentliche Diskussion gewollter und ungewollter Folgen von technischem Fortschritt zu legen“, resümiert Nicolai Andersen.
Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

 

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