Ein Unternehmen ist nur so gesund wie die Belegschaft

Unternehmen profitieren in mehrfacher Hinsicht, wenn sie sich dem Thema „Gesundheit am Arbeitsplatz“ widmen. Einerseits ist es möglich, talentierte und sachkundige Mitarbeiter auch im Krankheitsfall zu halten. Unternehmen sparen die Kosten für die Rekrutierung und Ausbildung neuer Leute. Gleichzeitig erhöht das Unternehmen die Loyalität der Belegschaft und zeigt ein positives Bild als „Caring Company“ nach außen.

Eine Studie der University of East Anglia fand in Zusammenarbeit mit dem Centre for Research on Children and Families (CRCF) heraus: Realistische Arbeitsanforderungen reduzieren Stress am Arbeitsplatz. Laut der Studie waren Hauptauslöser für den Stress hohe Arbeitsanforderungen, mangelnde Bereitstellung von Ressourcen, fehlende Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote und eine unzureichende Unterstützung durch Führungskräfte oder Peer-Groups. Am wenigsten Stress erfuhren die Studienteilnehmenden, die sich realistischen Arbeitsanforderungen gegenüber sahen, administrative Unterstützung hatten und auf die notwendigen Ressourcen zugreifen konnten, um ihre Arbeit zu erledigen.

Krankheit und Gesundheit: Kein Randthema

Im August 2016 veröffentlichte die DAK auf Basis von 2,6 Millionen ausgewerteter Daten den Gesundheitsreport 2016. Demzufolge wurde in Deutschland jeder dritte Berufstätige (37 %) 2016 mindestens einmal krankgeschrieben. Im Schnitt dauerte eine Erkrankung 12,3 Tage. Im Vorjahreszeitraum waren es 11,7 Tage. Mehr Rückenschmerzen und psychische Leiden wurden dokumentiert. Das entspricht den Ergebnissen des „HR Future-Trends 2016“, den die AGENTUR ohne NAMEN im Juni 2016 veröffentlichte. 55,4% der befragten Unternehmen gaben an, der Krankenstand im Unternehmen betrage zwischen 5 und 10 Tagen, in 18,5% der Unternehmen liegt der Krankenstand zwischen 10 und 15 Tagen. 39,2% der Unternehmen stellen einen vermehrten Anstieg psychischer Erkrankungen fest – und auch chronische Krankheiten nehmen zu, wie aktuelle Gesundheitsstudien zeigen.

Krankheit ist daher kein Randthema und Unternehmen müssen in Sachen Gesundheit und Wohlbefinden Strategien entwickeln, die Bedürfnisse einer alternden, kränkeren und gestressten Belegschaft aufzufangen.

Arbeit kann einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden haben und dazu beitragen, den Lebensunterhalt auch bei chronischen Krankenverläufen zu erhalten. Unternehmen profitieren in mehrfacher Hinsicht, wenn sie sich dem Thema „Gesundheit am Arbeitsplatz“ widmen. Einerseits ist es möglich, talentierte und sachkundige Mitarbeiter auch im Krankheitsfall zu halten. Unternehmen sparen die Kosten für die Rekrutierung und Ausbildung neuer Leute. Gleichzeitig erhöht das Unternehmen die Loyalität der Belegschaft und zeigt ein positives Bild als „Caring Company“ nach außen.

Ein Unternehmen ist nur so gesund wie die Belegschaft

Ein Unternehmen mit einem hohen Krankenstand und gestressten, Burnout-gefährdeten Mitarbeitern büst nicht nur Produktivität ein, sondern ist im Regelfall auch weniger innovativ, denn Stress und Krankheit töten Kreativität und senken den Willen, Veränderungen mitzutragen.

Auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Belegschaft zu achten, ist daher kein „nice-to-have“, sondern eine knallharte strategische Business-Entscheidung mit weitreichenden finanziellen Folgen. Gesundheitsprävention ist daher der erste Schritt in eine richtige Richtung. Doch Prävention alleine reicht nicht, wenn der strategische Unterbau fehlt.

Gesundheitsprävention richtet sich in den meisten Fällen an das Individuum – und das ist gut und richtig. Wenn sich jedoch nicht gleichzeitig auch das Management ändert, verpuffen die individuellen Maßnahmen in Windeseile.

Unternehmen sollten daher darauf achten, dass

  • Gesundheits- und Präventionsmaßnahmen in die Strategie des Unternehmens eingebettet sind und für alle gleichermaßen gelten – vom Pförtner bis zum Top-Manager
  • Gesundheits- und Präventionsmaßnahmen keine Eintagsfliegen und kein Feigenblatt sind, sondern langfristig und nachhaltig Niederschlag in der Unternehmens-DNA finden.
  • Führungskräfte und Projektmanager über die notwendigen Kenntnisse verfügen, Überlastungen bei sich selbst und im Team frühzeitig zu erkennen, wertschätzende Rückkehrgespräche (nach langer Krankheit) zu führen und entsprechend flexibel agieren dürfen, um auch chronisch kranken Menschen einen wertschöpfenden Platz im Team anbieten zu können.
  • Kommunikation, Flexibilität und eine Kultur des Vertrauens als Grundlage für Gesundheits- und Präventionsmaßnahmen vorhanden sind.
  • Management, Führungskräfte und HR an einem gemeinsamen Strang ziehen, um die Belegschaft langfristig und nachhaltig gesund zu halten.

Diese drei Tipps können zusätzlich helfen:

  1. Investieren Sie in Höherqualifizierung der wichtigsten Mitarbeiter und Führungskräfte und versetzen Sie diese in die Lage, auch Menschen mit chronischen Erkrankungen dauerhaft in Arbeitsprozesse zu integrieren. Hier fehlen häufig elementare Kenntnisse und Führungswerkzeuge, um das richtige Maß an Unterstützung anbieten zu können. Je sicherer Führungskräfte jedoch agieren können, umso zuversichtlicher sind nicht nur sie, sondern auch die betroffenen Mitarbeiter, was die langfristige Einbindung in das Unternehmen angeht.
  2. Seien Sie flexibel und bereit, angemessene Anpassungen vorzunehmen. Flexible Arbeitszeiten, Home-Office, unterstützende Computersoftware oder eine veränderte Büroausstattung können helfen, chronisch Kranke zu entlasten und sie weiterhin als vollwertige Belegschaftsmitglieder wertzuschätzen. Von viele dieser Anpassungen profitieren auch die gesunden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  3. Bereiten Sie die Grundlage für eine offene vertrauensvolle Kommunikation. Erarbeiten Sie gewisse Standards für gesundheitliche Notfälle. Geben Sie Maßnahmen und Möglichkeiten vor, inwieweit das Unternehmen Unterstützung anbieten kann und kommunizieren Sie diese transparent durch alle Führungs- und Mitarbeiterebenen. Befähigen Sie die Führungskräfte aller Ebenen, mit gesundheitlichen Notfällen vertrauensvoll und sensibel umzugehen. Nur dann ist es den Betroffenen auch möglich darüber zu sprechen, wie eine Anpassung der Arbeitsleistung überhaupt aussehen kann.

Je angemessener die Unterstützung im Unternehmen von Anfang an erfolgt, umso erfolgreicher kann die Rückkehr zur Arbeit gefördert und die Arbeitskraft langfristig  erhalten werden.

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