„HR Future Trend 2018“: Humanistische Werte? Fehlanzeige!

(Pressemeldung) Die Umsetzung bzw. Einführung von selbstorganisiertem Arbeiten hat in Corporate Germany nur einen geringen Stellenwert. In den meisten Unternehmen können Mitarbeitende und Führungskräfte ihre Stärken und Kompetenzen nicht entfalten. Innovation und Neugier werden kaum gefördert; der Mensch steht nicht im Mittelpunkt. Das sind nur einige Ergebnisse aus der Umfrage „HR Future Trends“, welche die AGENTUR ohne NAMEN, Veranstalterin der women&work, in diesem Jahr zum sechsten Mal durchführte. „Humanismus 4.0“ lautete das Thema der diesjährigen Befragung. 148 Unternehmen aus Deutschland haben sich von Anfang Juni bis Ende September in der Online-Befragung geäußert.

Die Umfrage „HR Future Trends 2018“ ging der Frage nach, welche Wertigkeit der Mensch im Zeitalter der Digitalisierung in den Unternehmen (noch) hat. Welche Bedeutung haben Themen wie aktive Teilhabe an Veränderungsprozessen, Pioniergeist und Innovationskraft oder Diversity und Motivation der Führungskräfte?

Die Digitalisierung entwickelt sich in Turbogeschwindigkeit. Jeden Tag erreichen uns Neuigkeiten darüber, was künstliche Intelligenzen können, wie die Verzahnung von Mensch und Maschine weiter vorangetrieben wird und welche Jobs (vermutlich) in Zukunft verschwinden könnten.

„Wir müssen gesellschaftlich und ökonomisch die existenzielle Frage beantworten, wo der Mensch in einer digitalisierten Welt bleibt. Welchen Stellenwert hat er heute und in Zukunft?“, sagt Melanie Vogel, Initiatorin der women&work. „Diese Frage und damit verbunden auch ethische Werte und Moral spielen insbesondere bei Frauen eine zunehmend wichtigere Rolle, wenn es um die Wahl des zukünftigen Arbeitgebers geht. Selbstverantwortung und Mitbestimmung sind unter den Top 5 von Handlungen seitens der Arbeitgeber, die von weiblichen Talenten besonders hoch geschätzt werden.“

Doch genau diesen Aspekten sprechen die Arbeitgeber den geringsten Stellenwert zu. Die „Umsetzung von selbstorganisiertem Arbeiten“ halten 72 Prozent der Unternehmen für wenig wichtig bis unwichtig und die „Demokratisierung von Unternehmen“ wird von 91 Prozent der befragten Unternehmen als irrelevant betrachtet.

Humanistische Werte in Corporate Germany? Fehlanzeige!

Und auch sonst ist es um Ethik, Moral und Humanismus in Corporate Germany nicht gut bestellt. Lediglich 56,3 Prozent der befragten Unternehmen stimmten zu, dass die Würde des Menschen, seine Persönlichkeit und sein Leben in ihrem Unternehmen respektiert würden. Weniger als die Hälfte (43,7 Prozent) achten auf ein wertschätzendes Miteinander, in nur 31,2 Prozent der Unternehmen werden Konflikte fair ausgetragen; in nur etwas mehr als einem Fünftel der Unternehmen (21,8 Prozent) steht der Mensch im Mittelpunkt und lediglich 12,5 Prozent der Unternehmen stimmten der Aussage zu, dass Glück und Wohlergehen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den höchsten Wert bilden, an dem sich unternehmerisches Handeln orientiert.

„Die Ergebnisse erklären die seit vielen Jahren verheerenden Umfrageergebnisse, wenn es um Loyalität, Engagement und Mitarbeiterzufriedenheit geht“, kommentiert Melanie Vogel. „Wenn Unternehmen die Grundlagen menschlichen Miteinanders nicht im Fokus haben, sinkt der Mensch auf der Prioritätenliste immer weiter nach unten. Dass er dann irgendwann als überflüssig und durch künstliche Intelligenzen als ersetzbar angesehen wird, ist eine logisch-ökonomische Konsequenz, die den Unternehmen jedoch langfristig schadet.“

Fachkräftesicherung isHumanistische t nach wie vor der Hauptfokus

Und welche Themen sind im Fokus der Personalabteilungen? Nach wie vor steht die Fachkräftesicherung ganz oben auf der Prioritätenliste, gefolgt von Innovations- und Zukunftssicherung, Familienfreundlichkeit, Führungskräfteentwicklung und Einführung flexibler Arbeitsmodelle sowie der Frauenförderung.

„All diese Themen brauchen als Grundlage, um erfolgreich umgesetzt werden zu können, allerdings jene humanistischen Werte, die in den Unternehmen weder gelebt werden, noch im Fokus stehen. Es fehlt ganz offensichtlich nach wie vor an einem systemischen Verständnis darüber, dass der Mensch nicht besonders gut funktioniert, wenn er als ein notwendiges, aber wenig wertgeschätztes Anhängsel betrachtet wird. Jede Investition in Fachkräfte-, Innovations- oder Zukunftssicherung wird obsolet, wenn nicht gleichzeitig auch der Mensch in den Mittelpunkt rückt.“

Die vollständigen Ergebnisse des „HR Future Trends 2018“ können kostenfrei unter dem Link http://FutureTrends.AGENTURohneNAMEN.de heruntergeladen werden.

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